Besondere Fellnasen

Hercules - Als Foteini ihn zum ersten Mal sah, war er in einem grauenhaften Zustand. Er war klapperdürr, hatte kaum noch Fell – er sah einfach nur total erbärmlich aus. Sie versorgte ihn regelmäßig mit Futter und Medikamenten, was ihm letztlich das Leben rettete. Und mit jedem Treffen wuchs eine Freundschaft, eine besondere Verbindung. Über mehrere Jahre trafen die beiden sich regelmäßig am Straßenrand. Foteini verwöhnte ihn mit Futter und Leckereien, wann immer es ihr möglich war und er führte jedes Mal Freudentänze auf wenn er sie sah. Er war eine ganz besondere Seele.

 

Kurz bevor er starb, zeigte sich immer wieder eine Hündin an seiner Seite, die Foteini heute noch regelmäßig mit Futter und Medikamenten versorgt – die wundervolle Cara (Ihr Name „Anam Cara“ bedeutet Seelenfreund). Auch sie ist wie eine Freundin.

 

Und dann war da noch der alte Sokrates. Auch er kam damals gemeinsam mit Hercules an den üblichen Treffpunkt und durfte in seinen letzten Wochen, wenigstens noch etwas mit Futter, Leckereien und vor allem Zuwendung versorgt werden.

 

Hercules und Sokrates waren zwei besondere Hunde. Alte Seelen, die Geschichten zu erzählen hatten. Hunde, die einen bleibenden Eindruck hinterließen. Und so ist auch Cara. Sie ist eine mehr als würdige Nachfolgerin, um den „ungeliebten“ Schäfernasen einen Namen zu geben – auf sie aufmerksam zu machen. Um liebevolle Aufmerksamkeit auf sie zu ziehen.

 

Und es gibt diese Hunde wie Blanca. Auch sie gehörte zu einem Schäfer. Niemand weiß, wie viele Welpen sie bekam, doch von einigen weiß Foteini, dass sie überfahren wurden. Blanca entfernte sich immer weiter von ihrem Leben als Schäferhündin (Beruf, nicht Rasse) und es zog sie in den nächsten Ort. Man sah sie hier und dort und letztlich verweilte sie in der Nähe von Foteinis Mama, denn dort fand sie regelmäßig Futter. Sie blieb aber immer eine sehr scheue Hündin, so war es nicht leicht, sie einzufangen, um sie kastrieren zu lassen.

 

Aber als dies endlich geschafft war, konnte man ihr regelrecht bei der Erholung zusehen. In die hübsche weiße Hündin kehrte sichtbar innere Ruhe ein, die sich auch im Außen zeigte. Der Stress, von Rüden verfolgt zu werden und immer wieder auf ihre Welpen aufpassen zu müssen, war endlich Geschichte. Viele Menschen wünschten sich damals ein schönes Zuhause für Blanca, aber Foteini wusste, dass dies nicht ihr Weg war. Blanca liebte ihre Freiheit, sie wollte umherwandern, sie wollte einfach nur sein. Es gibt diese Hunde, für die selbst ein Leben bei der liebsten Familie wie ein Leben in Gefangenschaft wäre…