Die Müllkippe

Tierschutz beginnt vor Ort und genau da möchten wir mit unserer Hilfe ansetzen.

Für so viele Tiere ist eben diese Arbeit vor Ort von unserer Tierschützerin Foteini Mandalinou nicht nur lebensrettend und lebenserhaltend, sondern das Leben dieser Tiere wird durch sie erst lebenswert. Dabei geht es um die Hunde (und Katzen) auf der Straße, auf der Müllkippe, aber auch um die bei ihr im Gehege, denn all diese Tiere sind auf ihre Hilfe angewiesen.

 

Die Müllkippe ist und bleibt dabei immer ein besonderes Thema. Vor Jahren lebten dort um die 60 Hunde. Täglich fuhr Foteini hin und fütterte sie, ließ so viele Hündinnen wie möglich kastrieren und versuchte, sie dort wegzuholen, indem sie ein schönes Zuhause für sie suchte.  Es schien wie ein Fass ohne Boden, denn immer wieder neue Hunde wurden dort ausgesetzt, – es war ein Kommen und Gehen. Dennoch reduzierte es sich u.a. durch Foteinis immerwährenden Einsatz, aber auch, weil die „aktive“ Müllkippe geschlossen und zu einem Müllverladeplatz wurde und so nicht mehr frei zugänglich war.

Bis vor kurzem war dort sogar nur noch eine Hündin unterwegs. Angira ist mittlerweile mindestens 13 Jahre alt. Ob sie von einer Straßenhündin dort geboren wurde oder dort ausgesetzt wurde, weiß heute wohl niemand mehr. Oft sind es die Hunde der Schäfer, die dort zurückbleiben oder aber zurückgelassen werden, wenn sie für ihre Arbeit untauglich sind. Das, was die Hunde dort hinführt, die nicht dort ausgesetzt wurden, ist die Suche nach etwas Essbarem.

Was diese Hunde auf einer Müllkippe alles fressen, liegt fast jenseits unserer Vorstellungskraft. Nicht selten holte Foteini dort kranke Hunde weg, die jede Menge Plastik von Verpackungen verschluckt hatten oder aber sogar welche, bei denen gefressene Angelhaken  etc.  entfernt werden mussten.

Einer der schlimmsten Tage war für Foteini  wohl der Tag, als es ein Feuer auf der Müllkippe gab, bei dem viele dieser ihrer liebgewordenen Schützlinge ihr Leben verloren.

Aber sie gab niemals auf und auch wenn heute nicht mehr ganz so viele Hunde dort ausgesetzt werden, versucht sie immer, sie so zu versorgen, dass sie satt werden und gesund bleiben. Und natürlich lässt sie sie nach Möglichkeit kastrieren.

 

Aber zurück zu Angira. Ihre Geschichte, bzw. die ihrer Nachkommen, möchten wir hier stellvertretend für die Müllkippenhunde erzählen:

 

„Es war im Jahr 2016 auf einer Müllkippe in Griechenland. Dort lebte eine alte Hündin namens Angira. Sie war eine der alten Seelen und so hatte ihr Name natürlich auch eine wichtige Bedeutung. Obwohl, eigentlich könnte man alle Tiere so nennen, denn Angira bedeutet  „himmlisches Wesen/Engel“.

Angira lebte schon eine ganze Weile dort auf der Müllkippe und brachte immer wieder neue Welpen zur Welt. Wie viele der Welpen in dieses traurige Schicksal hineingeboren wurden, vermag heute niemand mehr zu sagen. Aber eine ihrer Töchter blieb stets an ihrer Seite. Angira nannte ihre Tochter Angelie, die Engelhafte.

Angelie, genau wie ihre Mutter eine sehr scheue Hündin, gebar in einer kalten Novembernacht fünf Welpen. Bei ihrem Leben auf der Müllkippe lernte sie, wie wichtig es ist, sich vor Menschen in Acht zu nehmen. Es gab einfach zu viele von denen, die den Hunden nicht wohlgesonnen waren. Und letztlich war es die Schuld der Menschen, dass an diesem traurigen Ort so viele Hunde lebten, – denn sie wurden von Menschen dort ausgesetzt und vermehrten sich im Eiltempo, weil immer wieder unkastrierte Tiere hinzukamen...

Aber natürlich gibt es auch in einem Land wie Griechenland Menschen, die die Tiere lieben, sie achten und sich für sie einsetzen. Und auch wenn Angira und Angelie immer großen Abstand hielten, freuten sie sich über das Futter, das eine solch tierliebende Frau dort täglich vorbeibrachte. Es war ein harter Winter und Angelie kämpfte sehr um das Leben ihrer Welpen. Dank des Futters konnte sie sich und ihre Welpen aber einigermaßen versorgen – sie mussten zumindest nicht hungern!

Doch dann wurde es bitterkalt. Angelies Welpen drohten zu erfrieren. Es war kurz vor Weihnachten, als dieser Futterengel den ersten Welpen retten konnte. Die vier weiteren sollten ihm aber in den nächsten Tagen noch folgen, um fortan in Sicherheit zu leben.

In Griechenland spielen Namen eine große Rolle und so sollte auch dieser zuerst gerettete Welpe einen zur Weihnachtszeit passenden Namen erhalten. Noel sollte er heißen. Noel – der an Weihnachten geborene! War es doch für ihn wie ein Geburtstag … Komplett entkräftet und fast erfroren erlebte Noel sein erstes Weihnachtswunder. Denn es war tatsächlich ein Wunder, dass er die nächste Nacht überhaupt überlebte.“

(Auszug aus „Der Weihnachtsengel“  aus unseren Träumen mit Karma-Klaus Geschichten)

 

Eigentlich versucht Foteini Hunde wie diese vor Ort zu versorgen, denn sie sind in der Regel sehr scheu, weil es ihnen über Generationen mitgebeben wird. Und so zeigte es sich auch bei diesen Welpen. Drei dieser Hunde fanden ein Zuhause, doch zwei der Geschwister  blieben wegen ihrer Menschenscheu als unvermittelbar zurück. Das klingt wie eine harte Entscheidung, ist aber für so manchen Hund die einzig richtige. Sie fühlen sich im Gehege Zuhause, sie fühlen sich dort in Sicherheit und für sie würde eine Welt zusammenbrechen, wenn man sie dort hinausreißen würde. Manchmal ist weniger einfach mehr! Diesen Hunden werden wir an anderer Stelle - Wir bleiben in Griechenland - wieder begegnen.

Geschichten dieser Art von Hunden, die wie diese frei auf der Müllkippe geboren wurden, gibt es so manche. Und Hunde, die aus diesen Gründen nie ein Zuhause fanden und nun im Gehege untergebracht sind, weil sie draußen nicht überlebt hätten, wollen natürlich auch, wenn sie nicht vermittelt werden können, bestmöglich versorgt werden.

Und für diese Hunde und natürlich auch alle, die eine Chance auf ein schönes Zuhause haben, möchten wir da sein!

 

Sie alle sollen nicht hungern müssen und brauchen Medikamente, um zumindest ein einigermaßen erträgliches Leben zu führen.