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Träumen mit Karma - Klaus

Der alte Hund ­– Lucky ist zurück im Tierheim


Sunshine, ein Hund, der wegen seiner von Menschenhand gemachter Aggressivität, als nicht vermittelbar galt zog nun nach einer unvorstellbaren Entwicklung, bei Klausi und seiner Familie ein.

Klaus trainierte auf ganz liebevolle Weise mit Sunshine. Das Vertrauen zwischen den beiden entwickelte sich von Tag zu Tag weiter und sie wuchsen zu einem richtig gutem Mensch-Hund Team zusammen.

Erfahrungen, wie Sunshine sie gemacht hatte, prägen sich ein und verschwinden nicht von heute auf morgen, und so begegneten die beiden auch immer wieder irgendwelchen Herausforderungen. Nicht selten schien Klausi zu verzweifeln, doch die Liebe zu Sunshine, ließ ihn immer weitermachen. Und auch er selbst lernte durch die Arbeit mit diesem Hund eine Menge dazu. Immer wieder zahlte es sich aus, auf sein Bauchgefühl zu hören, wodurch Klaus noch mehr Feingefühl für „schwierige“ Hunde entwickelte.

Aber auch Sunshine entwickelte sich zu einem tollen Hundetrainer, denn er zeigte sich den anderen Hunden im Tierheim oft als gutes Beispiel. Er gab ihnen Kraft und Selbstvertrauen, wenn er Klausi beim Training begleiten durfte.

Es dauerte eine Weile, es brauchte Mühe und Geduld, aber Klausi und Sunshine wurden zu einem richtigen Dreamteam!


Aber nicht nur die schwierigen Hunde brauchten Unterstützung.

Eines Tages kam ein sehr alter Hund ins Tierheim. Ein Hund voller Trauer und Einsamkeit.

Klaus staunte nicht schlecht, als er den Zwinger betrat und einen alten Bekannten vorfand. Es war Lucky, der Hund des Obdachlosen, der vor einigen Jahren im Winter seine Nächte im Tierheim verbringen durfte, während sein Herrchen in einer Obdachlosenunterkunft übernachtete.

Was war nur geschehen, dass Lucky nun wieder im Tierheim war und ganz traurig in der Ecke kauerte? Auch wenn Lucky zaghaft mit dem Schwänzchen wedelte, wenn Klaus in seinen Zwinger kam, war das alles was an Reaktion zu erwarten war.

Leider konnte niemand die Frage, was mit Luckys Herrchen geschehen war, beantworten.

Wie immer, wenn Klausi sehr nachdenklich war, nahm er seinen grünen Plüschhund, mit den orangefarbenen Ohren und der Klugscheißerbrille auf der Nase, in den Arm bevor er einschlief.

Und er träumte:


In seinem Traum reiste Klausi in eine für ihn unbekannte Welt. Er begleite Lucky und sein Herrchen bei deren Leben auf der Straße. Dabei lernte er viele Menschen kennen, die genau wie Luckys Herrchen ganz unverschuldet in diese Situation geraten waren. Er sah Menschen, deren Leben Tag für Tag ein Kampf war. Viele hatten über mehrere Tage hinweg nichts zu essen. Sie schliefen auf Parkbänken oder irgendwo geschützt im Gebüsch oder unter einer Brücke. Ihre Kleidung war abgewetzt und verschmutzt. Nicht wenige suchten Zuflucht im Alkohol, um sich zu betäuben und vor ihrem eigenen Dasein flüchten zu können.

Eine Welt, die man sich, wenn es einem gut geht, eigentlich nicht mal im Traum vorstellen kann.

Viele dieser Menschen hatten genau wie Luckys Herrchen einen Hund an ihrer Seite – der einzige wahre Freund, der treuste Gefährte dieser Menschen.

Diese Hunde brauchten kein Hundetraining, sie waren ganz eins mit ihrem Menschen. Sie folgten ihnen auf Schritt und Tritt, waren da, in guten wie in schlechten Zeiten. Sie trafen sich und wuchsen zusammen weil sie zusammengehörten. Noch nie hatte Klausi einen solchen Zusammenhalt zwischen Mensch und Tier erlebt. Weder Hund noch Mensch setzte eine Erwartung in die Beziehung. Die Zugehörigkeit entwickelte sich von ganz alleine. Das einzige was zählte war das Vertrauen zueinander und die Liebe, – ein Gefühl, das fast greifbar war…




„Puh“, dachte Klausi, als er kurz aufwachte und von einem wohlbekannten Duft umgeben war. Nie hatte er über diese Dinge nachgedacht. Wie traurig musste das Leben von Lucky s Herrchen gewesen sein? Wieviel Missachtung musste er begegnen? Was mussten sich diese Menschen alles sagen lassen, womit mussten sie tagtäglich zurechtkommen? Ein Leben ohne Würde, weil Menschen wie sie von vorneherein verurteilt werden …

Aber auch die Beziehung dieser Menschen zu ihren Hunden sprach Bände. Daraus konnte man noch viel lernen. Klausi war beeindruckt von dem Halt, den sich Mensch und Tier gegenseitig gaben und wie wichtig sie für einander waren – oft sogar Überlebenswichtig!

Betroffen drehte er sich noch einmal um, und versuchte weiterzuschlafen.


Wieder im Land der Träume, erfuhr er von Luckys Schicksal. Sein Herrchen wurde sehr krank. Die Jahre auf der Straße hatten ihm alle Kraft geraubt, sodass man ihn eines Tages in seinen Schlafsack gehüllt fand. Er war für immer eingeschlafen und Lucky lag trauernd an seiner Seite, bis man die beiden trennte und Lucky ins Tierheim brachte.


Es war schon lange her, dass Klaus tränenüberströmt aufwachte. So ein Leben sollte ein Mensch nicht führen müssen. Nicht in einem Land wie diesem.

Nun gab es nur noch Lucky. Und für Klaus war klar, Luckys Leben darf auf gar keinem Fall im Tierheim enden.

Auch wenn seine Eltern nicht im Traum daran gedachten hätten, einen weiteren Hund zu adoptieren, zog Lucky ein paar Tage später bei ihnen Zuhause ein.

Seine Ansprüche waren natürlich ganz anders als die von Sunshine, aber auch das sollte sich noch als sehr positiv herausstellen.

Lucky trauerte seinem Herrchen noch eine ganze Weile nach. Eine solch tiefe Bindung ist auch für einen Hund unvergesslich, aber so nach und nach fand er zu seiner Lebensfreude zurück.

Er war mittlerweile ein alter gemütlicher Hund. Er liebte es eine neue Welt zu entdecken. Spaziergänge endeten nie mehr unter einer kalten Brücke, nie mehr musste er bei Regen oder Schnee draußen schlafen. Für ihn gab es nun täglich frisches Futter und sogar ein paar besondere Leckereien, denn er hatte es verdient verwöhnt zu werden. Er genoss jeden Augenblick im warmen Haus, er liebte die Zuneigung und auch den Schutz, den seine neue Familie ihm entgegenbrachte. Und für Sunshine wurde er zum Lehrer. Er brachte Ruhe und Gelassenheit ins Haus.

Er war ein Wesen voller Liebe und Großherzigkeit.

Nie hätten Klausi und seine Familie gedacht, wie wunderschön es sein kann, einen alten Hund aufzunehmen.


Lucky war noch nicht lange Teil der Familie, als Klausi gerade aus der Schule kam und in sein Zimmer ging, um seine Tasche abzustellen. Was er dort sah brachte ihn zum Weinen.

Als er den Raum betrat, begrüßte ihn der wohlbekannte Duft von frischem Pansenpups. Er fand Lucky ausgestreckt mit seinem Karma-Klaus auf dem Bett liegend. Luckys Füße zappelten im Traum und er knurrte und wuffte leise vor sich hin. Und ein fröhlich vor sich hinleuchtender, pupsig riechender grüner Plüschhund half dem schlafenden Lucky dabei, seine Trauer im Traum zu verarbeiten.





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