• Karma-Klaus

Träumen mit Karma-Klaus

Klausi träumt von Griechenland


Nach der Geschichte von der kleinen Nina, machte Klausi sich immer mehr Gedanken, wenn es um das Thema der Kastrationen ging. Er lauschte den Gesprächen der Tierheimmitarbeiter und fragte auch seine Eltern aus, die sich seitdem er so viel träumte, immer wieder Tierschutzbeiträge im Internet anschauten.

Und er überlegte, wie es denn bei dieser Tierschützerin in Griechenland sein möge. Was könnte dort alles vermieden werden, wenn die Menschen ihre Tiere dort kastrieren lassen würden.


Eigentlich empfand er es als eine Gabe, diese Dinge im Traum sehen zu können, mit der er vielleicht etwas zur Aufklärung beitragen könnte, doch manchmal machten ihn seine Träume so traurig, dass er es nur noch als Fluch empfinden wollte …

Es legte sich eine ganz neue Last auf seine noch viel zu kleinen Schultern.

Dennoch wollte er seinen traumbringenden Plüschhund nicht zur Seite legen, denn er wusste, dass es für ihn nur eine Möglichkeit gibt etwas zu bewirken, wenn er hinschaut und diese Geschichten in die Welt trägt.


Zum Glück waren gerade Osterferien, als eine regelrechte Traumwelle über den kleinen Klaus hineinbrach. Viele Geschichten, einige davon sehr traurig, hatten sich dort in Griechenland abgespielt.


So träumte Klausi von einem Hunderudel, das in einer Stadt auf der Straße lebte. Immer wieder gab es dort neue Welpen, weil die Tierschützerin niemanden fand, der ihr half, die Hündinnen dort einzufangen, um sie endlich kastrieren zu lassen. Den Anwohnern wurde es zu viel und sie beschwerten sich. Die Hunde sollten eingefangen und aus der Stadt gebracht werden. Drei von ihnen konnte sie aufnehmen, aber ihnen wäre mehr geholfen gewesen, hätte sie sie nur kastrieren lassen und wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückgebracht. Aber wenn die Hunde irgendwo nicht gerne gesehen sind, werden sie meist bestenfalls an einen anderen Ort gebracht. Oft weit ab vom Schuss, ohne die notdürfte Versorgung, die sie bis dahin gewohnt waren …

Schon in seinem Traum erkannte Klausi die Frustration der Tierschützerin, denn manche solcher üblichen Problemlösungen waren einfach nur die Verlagerung eines Problems an einen anderen Ort – ohne Kastrationen würde es dort, wohin man die Hunde auch immer brachte, mit Nachwuchs weitergehen. Nächste Generationen von Hunden – ohne Aussicht auf ein gutes Leben –würden geboren werden. Ein endloser Kreislauf mit immer neuem Leid …


Aber nicht nur in der Stadt gab es immer wieder neue Welpen ohne Zukunft. Egal wo die Tierschützerin unterwegs war, begegneten ihr neue Hundewelpen und neu Schicksale. Oft waren es die Hunde der dort ansässigen Schäfer, die mit ihren Welpen an der Straße entlang liefen, um Futter zu suchen. Oder aber sie traf auf Hunde mit ihren Welpen, deren Elterntiere oder Großelterntiere, einst zu einem dieser Schäfer gehörten, der die Welpen aber letztendlich irgendwo aussetzte …

So haben doch viele sogenannte Straßenhunde eigentlich doch eine nachvollziehbare Herkunft.

Klausis Träume liefen regelrecht durcheinander, so viele Eindrücke gab es für ihn zu verarbeiten.


Er träumte von einer Hündin namens Cara:

Cara lebte bei einem der Schäfer und zeigte sich hin und wieder an der Straße, in der Hoffnung, dass diese Tierschützerin vorbeikam und ihr etwas Futter daließ. Jedes dieser Treffen erfüllte Hund wie Mensch mit Freude. Cara freute sich über Futter und etwas Zuwendung und die Tierschützerin darüber, zu sehen wie es dieser, ihr ans Herz gewachsenen, Hündin gerade geht. Jedes Lebenszeichen ist von Wert …

In diesem Frühjahr brachte Cara zum ersten Mal ihre Welpen mit an die Straße. Ihr Blick war traurig, aber voller Hoffnung. Sie wirkte einfach nur noch müde von den Strapazen, die jede Geburt neuer Welpen mit sich brachte. Immer wieder muss sie ihre Welpen vor allerlei Gefahren beschützen oder aber sogar dabei zusehen, wie man sie ihr wegnimmt, sie tötet oder aussetzt. Oder aber in den Dienst als Herdenschutzhunde nimmt. Egal was mit ihnen passiert, für ihren Besitzer sind sie nur Mittel zum Zweck und sie werden niemals das Gefühl von Liebe erfahren. Und auch wenn es das „normale“ Leben dieser Hunde ist, ist es einer Hundemama wie Cara dennoch bewusst …

Dieses Mal, als sie sie mit an die Straße brachte, bat sie regelrecht um Hilfe bei der Versorgung ihrer Kinder. Wie mühselig muss es für sie stets gewesen sein, sie überhaupt satt zu kriegen?

Wie viele traurige Geschichten musste Cara in ihrem Leben schon verarbeiten?

Sie wirkte einfach nur noch müde und resigniert.


Klausi wachte auf und rieb sich die Tränen aus den Augen. Er drückte seinen Karma-Klaus fest an sich, der wie immer nach frischem Pansenpups duftete, wenn er Klausi hatte träumen lassen.

Klausis Gedanken kreisten um Cara, um ihre Babys und darum, wieviel Leid man ihr hätte längst ersparen können, hätte der Besitzer zugestimmt sie kastrieren zu lassen. Und es machte ihn sehr traurig, dass auch seiner Tierschützerin in vielen Dingen die Hände gebunden waren, dass sie in manchen Dingen einfach nur für eine etwas bessere Versorgung sorgen konnte und selbst oft nicht wusste, wie viele Geschichten letztendlich ausgingen.

Aber er wusste auch, dass jede erlebte und gesehene Geschichte einen Wert und für irgendjemanden eine Bedeutung hat. Für Cara und ihre Kinder schickte er ein Gebet gen Himmel und wünschte sich von ganzem Herzen, dass alle gut beschützt ihren Weg gehen dürfen.

Und als er wieder einschlief spürte er eine ganz besondere Energie. Nicht nur er machte sich Gedanken um Cara und ihre Babys.

In seinem nächsten Traum sah er sie, wie sie in ein orangefarbenes Licht gehüllt war, das ihr das Gefühl von mehr Heiterkeit und Frohsinn aber auch von Herzenswärme und Herzensgüte vermittelte. Und auch wenn er bisher nicht so recht an Engel glauben wollte, war es genau das was er sah …

Er träumte von einem schutzbringenden Engel, der Herzen voller Herzenswärme auf sie regnen lässt.



Als er aufwachte und das Leuchten seines kleinen grünen Freundes mit den orangefarbenen Ohren und der Klugscheißerbrille auf der Nase sah und zudem den wohlbekannten Duft wahrnahm, fühlte er sich etwas besser.

Auch wenn diese Situation ausweglos erschien, wollte er von nun an daran glauben, dass auch Hunde wie Cara von einem Engel begleitet werden. Ihr Leben mag nicht besonders schön sein, und dennoch spürt sie, dass es Menschen gibt, die sich für sie interessieren und einsetzen, die ihre Geschichte erzählen und andere darauf aufmerksam machen, dass sich etwas ändern muss.

Sicher ist das ein sehr wichtiger Teil von Caras Lebensaufgabe …










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