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Image by Galina N

Weihnachten in Griechenland – Christougenna

Wir möchten nicht nur über die Fellnasen und Foteinis Arbeit berichten sondern euch zwischendurch auch die griechischen Traditionen und Bräuche ein wenig näherbringen. Die Weihnachtszeit bietet sich an, euch ein wenig aus Griechenland zu erzählen.


Mittlerweile haben sich im Alltag viele Traditionen angepasst, doch wir möchten einen Blick darauf werfen, wie traditionell die Weihnachtszeit in Griechenland verläuft.

Ähnlich wie vor Ostern startet die Vorbereitung auf Weihnachten mit einer Fastenzeit: Ab dem 15. November bis einschließlich Heiligabend wird auf Fleisch, Eier und Milch verzichtet. An den Wochenenden sind Fisch, Öl und Wein erlaubt (es gibt allerdings je nach orthodoxer Glaubensgemeinschaft leichte Abweichungen im Datum).



Auch in Griechenland wird in der Vorweihnachtszeit alles festlich geschmückt. Jedoch ist eine Adventszeit in dem Sinne wie bei uns mit dem Adventskranz dort nicht bekannt. Der Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, wurde mittlerweile von vielen Griechen übernommen, jedoch handelt es sich dort nur selten um echte Tannen, da diese viel zu teuer wären.

Der Heiligabend ist der letzte Tag der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, da danach das Fasten gebrochen wird. Heiligabend ziehen die Kinder bereits morgens von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder – Ta Kalanda- und begleiten sich dabei mit Triangeln, Glöckchen und Trommeln und verkünden Christi Geburt und bringen Glück in das besungene Haus.

Dabei werden sie reichlich mit Süßigkeiten, Geld und Kuchen beschenkt.

Die Kalandas läuten somit die 12-tägige Weihnachtszeit ein – am 25.12. wird das Fasten gebrochen und dabei kann dann das weihnachtliche Festmahl nicht üppig genug sein.


Mit dem Fastenbrechen beginnt die 12-tägige Weihnachtszeit der Griechen bis zum 6. Januar, dem Tag der Theofania, auch bekannt als Tag der heiligen 3 Könige.

Das weihnachtliche Festessen besteht oft aus einem Truthahn, begleitet von Süßspeisen wie Melamakarona oder Kourabiedes und getrockneten Früchten und Nüssen. In einem weiteren Beitrag findet ihr übrigens die Rezepte zu den Naschereien mit freundlicher Genehmigung von Efsaia Gioroglou, von deren nordgriechischer Großmutter die Rezepte stammen.


Auch wenn an Weihnachten mit der Familie gefeiert wird, gibt es traditionell Geschenke erst am 1. Tag im neuen Jahr (Dies ist regional teilweise unterschiedlich, doch wir möchten euch ja von Foteinis Traditionen berichten) und werden vom heiligen Vassilios gebracht und liegen traditionell unter dem Bett und nicht unter dem Weihnachtsbaum.


Vassilios ist der Schutzheilige der Kinder und Hüter der Schifffahrt. Zu Lebzeiten (4. Jh. n. Chr.) setzte er sich für die Armen und Benachteiligten ein und galt als wohltätig und hilfsbereit. Der Legende nach wurden die Bewohner damals dazu gezwungen, hohe Steuern an den Präfekten zu zahlen, die die meisten Menschen aber nicht aufbringen konnten. Der Bischof Vassilios bat die Reichen des Landes, ihren armen Mitbürgern zu helfen. Diese gaben ihm Geld und Schmuck, um die Steuerschuld begleichen zu können. Gerührt von der Tat, verzichtete der Präfekt auf die Steuern und gab ihm die Wertgegenstände wieder zurück. Vassilios konnte aber die Gegenstände nicht mehr ihren Besitzern zuordnen. Daher ließ er süße Brote backen, versteckte dort den Schmuck und das Geld und verteilte die Kuchen unter den Armen. So wurde er zum Gabenbringer der Kinder. (apostels.de)


Aus dieser Überlieferung entstand der Brauch, zur Neujahrsnacht den Vas(s)ilopita zu backen – ein Weihnachtskuchen, in dem eine Goldmünze versteckt ist. Jede Familie hat ihre ganz eigenen Traditionen, wie dieser Kuchen angeschnitten wird und nach welchem Rezept er zu backen ist. In Nordgriechenland wird häufig eine unserem Osterzopf vergleichbare Variante gebacken, häufiger jedoch steht ein Sandkuchen-ähnlicher Kuchen auf dem Tisch. Der Vassilopita wird vor dem Anschneiden mit einem Kreuz angeritzt, dann werden die Stücke verteilt. Eine Reihenfolge kann z.B. so aussehen: Das erste Stück gehört Christus, das nächste dem Haus, dann folgen Hausherr, die Dame des Hauses und weitere Familienmitglieder nach dem Alter. In diesem besonderen Fall erhalten die Gäste ihr Stück zuletzt. Wer die Münze in seinem Kuchenstück hat, ist im neuen Jahr mit Glück und Wohlstand gesegnet.


In einem späteren Beitrag werden wir euch noch von weiteren Bräuchen in Griechenland rund um die Weihnachtszeit erzählen.

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