Schäferhunde - Die Hunde der Schäfer 

Foteini kümmert sich nicht selten um Hunde, die am Straßenrand unterwegs sind. Das sind aber nicht, wie man vielleicht denken könnte, alles Straßenhunde. Viele der Hunde gehören zu den rund um Nea Peramos ansässigen Schäfern bzw. Ziegenhirten.

 

Manchmal könnte man denken, für diese Menschen ist die Zeit stehen geblieben. Sie halten an alten Bräuchen fest, wie z.B. den Hunden die Ohren zu kupieren und die Ruten abzuschneiden. Bilder, die in uns allen immer wieder Entsetzen auslösen. Ursprünglich wurde das gemacht, um den Wölfen im Kampf weniger Angriffsfläche, sprich Möglichkeiten, die Hunde fassen zu können, zu bieten.

 

Aber auch weitere Bilder sind oft schockierend, wenn man den Zustand der Schäfernasen sieht. Häufig sind sie klapperdürr, haben Räude oder nicht behandelte Wunden. Aber gerade der Hunger ist es, der sie meist auf die Straße treibt, um auf Futtersuche zu gehen. Aber nicht nur das. Die Hündinnen werden nicht kastriert und ziehen dadurch oft eine ganze Schar Rüden hinter sich her. Was die Welpen angeht, setzen die meisten Schäfer zum einen auf die natürliche Auslese – nur die Starken werden letztlich Teil des Rudels – oder aber die Hunde werden auf die eine oder andere Art entsorgt.

 

Die einen landen wie Müll auf der Müllkippe, die anderen werden direkt bei Foteini am Gehege ausgesetzt oder landen auf der Straße und wieder andere werden getötet. Ein furchtbares Trauerspiel, welches nur durch Kastrationen in den Griff zu bekommen wäre. Für Foteini ist das eine Mammutaufgabe. Ständig versucht sie, solche Welpen vor den Gefahren der Straße zu schützen – kein Wunder, dass sich das Gehege wie von selbst immer wieder füllt.

 

Zudem kümmert sie sich natürlich auch um die ausgewachsenen Hunde. Sie gibt Medikamente gegen die Räude, verteilt Wurmkuren und versorgt sie wenn möglich mit Antiparasiten-Mitteln, um sie vor Mittelmeerkrankheiten zu schützen. Und was natürlich gar nicht fehlen darf, ist das Futter, damit sie nicht dauernd irgendeinen Müll aufnehmen, um satt zu werden. Und zum Glück konnte sie in einigen Fällen dafür sorgen, dass wenigstens ein paar der Hündinnen kastriert wurden.

 

Letztlich kann Foteini nur immer und immer wieder versuchen, die Menschen vor Ort davon zu überzeugen, wie wichtig Kastrationen und Fürsorge sind. Bei manchen trägt es sogar minimal Früchte und für die anderen wird sie wohl immer die Verrückte Hundefrau sein. Es ist ein Teufelskreis, der noch lange kein Ende finden wird. Was die Schäfer tun, kann also kaum beeinflusst werden. Man kann nur hoffen, dass sie irgendwann ihre Tiere als beseelte und liebenswerte Geschöpfe und nicht mehr nur als Arbeitsmaterial wahrnehmen.

 

Darum werfen wir lieber einen Blick auf die Dinge, die etwas bewirken bzw. bewirkt haben. So vielen Hunden konnte dank Foteini schon geholfen werden. Sie wurden satt, sie wurden wieder gesund und ganz viele der aussortierten Welpen fanden durch sie in ein wundervolles Leben bei tollen Familien. Und zu einigen der Hunde entwickelte sich für Foteini eine regelrechte Freundschaft. Die Menschen, die Foteini schon länger kennen, denken dabei direkt an Hunde wie Hercules.

 

Diesen Hunden möchten wir ein eigenes Kapitel widmen - ihr findet sie unter Besondere Fellnasen

 

Aber auch die Schäfernasen, die täglich an Foteinis Gehege halt machen, um sich Futter und Streicheleinheiten abzuholen, sollen natürlich nicht unerwähnt bleiben und hier ihren Platz finden. Ihr Besuch am Shelter ist ihr tägliches Highlight. Ein kleines bisschen Liebe und Herzenswärme gibt es dort abzuholen. Aber nicht nur das. Auch hier konnte Foteini kastrieren, Verletzungen behandeln und mit Medikamenten versorgen. So könnten wir noch viele Geschichten zu den Hunden der Schäfer erzählen – über Leid und Freud – und eigentlich tun wir dies auf Facebook auch täglich, denn viele Geschichten der Hunde, die als Welpe bei Foteini strandeten, finden genau dort ihren Ursprung.