Auf den Straßen
 

Mittlerweile gibt es gar nicht mehr so viele wirkliche „Straßenhunde“, also die, die über Generationen hinweg in freier Wildbahn geboren wurden. Meistens handelt es sich um die Hunde der ortsansässigen Schäfer, um Hunde, meist Welpen oder kranke Hunde, die für die Besitzer überflüssig wurden. Immer wieder ist die mangelnde Kastrationsbereitschaft der Besitzer das größte Problem an der Sache. Wir hier in Deutschland haben, wenn wir an Hunde denken, ein ganz bestimmtes Bild im Kopf, denn Hunde gehören bei uns zur Familie. In Ländern wie Griechenland ist das natürlich teilweise auch so, es gibt sie, die Menschen, die die Tiere achten und lieben.

 

In vielen Fällen werden die Hunde dort aber angeschafft, damit sie eine Aufgabe, einen Zweck erfüllen. Gerade auf dem Land, werden z.B. kleine Hunde als Wachpersonal für die Hühner angestellt. Sie sollen Eindringlinge wie Füchse verbellen. Große Hunde sollen Grundstücke bewachen, die Hunde der Schäfer die Schafe und dann gibt es natürlich noch die Hunde der Jäger. Kastriert werden die wenigsten und wenn Hündinnen läufig sind, macht auch kaum ein Rüde vor irgendeinem Gartenzaun halt. Teilweise gibt es eine Hetzjagd durch die Straßen und dazu noch Rangeleien unter den Rüden. Dabei bleiben sehr oft gerade die kleinen Hunde auf der Strecke, haben keine Chance. Es gibt oft Verletzte, manchmal auch Tote … Beim Kastrieren geht es also um sehr viel mehr als um die vielen Welpen, die vermieden werden könnten.

 

Aber letztlich sind die Hunde, die wir als Straßenhunde sehen, oft die Resultate, aus diesen „Geschichten“. Und besonders oft landen eben auch kranke oder „funktionsuntüchtige“ Tiere auf der Straße, Müllkippe, am Städtischen Fuhrpark oder aber bei Foteini am Gehege. Dazu gehören nicht selten ausrangierte Jagdhunde. Sie sind vielleicht nicht schussfest, finden den Hasen zu nett oder sind einfach zu alt… Hunde wie z.B. Leonora, Orestis oder Bella, wurden eindeutig wegen Krankheit entsorgt. Nicht selten sind dabei die Mittelmeerkrankheiten, wie Leishmaniose der Auslöser. Die Behandlungskosten steigen da schnell mal in Höhe, aber ohne Behandlung enden diese Krankheiten tödlich.

Auch hier könnten wir eine ganze Reihe von Geschichten erzählen. Bei vielen der Hunde konnte Foteini helfen, bei anderen hat sie vergeblich um deren Leben gekämpft – aber sie hat es immer versucht. Wie sollte sie all dies vor Ort überhaupt schaffen, wenn sie keine finanzielle Unterstützung bekäme?