• uwittig2

Golfo – ein leuchtender Stern am Himmel 🌟

Golfo war eine Hündin, die zu Foteini gehörte. Sie war immer da, tauchte immer wieder auf irgendwelchen Fotos auf. Ich nahm sie immer wahr, aber sie drängte sich dabei nie in den Vordergrund. Ich kannte bis vor kurzem nicht einmal ihre Geschichte, wusste nur, dass sie voller Räude zu Foteini kam. In den Vordergrund drängte sie sich erst, als Susanne ins Spiel kam, als sie begann Foteinis Beiträgen zu folgen. Golfo wollte wahrgenommen werden. Und so rückte sie auch meinem Herz immer näher, schien mir zeigen zu wollen, dass ich sie für Susanne ins rechte Licht rücken soll. Golfo wurde sichtbar! Und Susanne sah sie und Golfo ließ sich auf die Adoption ein, denn sie wusste, ihre Zeit war nun endlich gekommen. Und sie kam trotz aller widriger Lebensumstände und zog anstatt bei Susanne bei ihrer Mutter ein und verschenkte sich mit all ihrer Liebe. Sie brachte Ruhe ins Rudel, sie brachte Wärme ins Haus, sie heilte Schmerz in einer schweren Zeit! Sie hatte nicht nur ein schönes Zuhause gefunden, sondern konnte nun endlich ihrer lang ersehnten Aufgabe nachkommen – eine Aufgabe, die zuvor Foteini bei ihr erfüllt hatte! Sie zeigte, was mir ein lieber Mensch gegeben hat, gebe ich an anderer Stelle, wo es gerade gebraucht wird zurück. So fand sich bedingungslose Liebe!

Ein paar Tage bevor Golfo starb postete Susanne ein wunderschönes Foto von ihr, was in mir eine unglaubliche Traurigkeit weckte. Ich konnte es nicht benennen, aber jetzt wo sie nicht mehr da ist, weiß ich, was sie mich damit fühlen lassen wollte. Es war nicht ihre Traurigkeit, die ich auf dem Foto sah. Es war die Trauer, die sie hinterlassen würde. Das Unverständnis, warum ihre schöne Zeit nur so kurz war. Und genau diese Worte drangen dann aus allen Ecken zu mir, denn natürlich hätte ihre Familie sich noch eine lange Zeit mit ihr gewünscht und auch Foteini hätte sie noch gerne für lange Zeit glücklich erlebt. Golfo war glücklich und sie war dankbar und sie war dort wo sie immer sein wollte, worauf sie so lange gewartet hatte. Das war ihre Zeit, in der sie etwas zurückgeben konnte, ihre Zeit in der sie die Königin sein durfte, in der sie sichtbar war – Susanne hätte nicht all die schönen Bilder von ihr zeigen können, hätte sie das nicht gewollt, dessen bin ich mir sicher! Golfo wollte gesehen werden! Sie wollte den Leuten da draußen zeigen, wie toll es sein kann einen älteren Hund zu adoptieren. Sie wollte zeigen, wieviel Glück man in nur ETWAS Lebenszeit erfahren kann. Für Golfo spielte es keine Rolle, wie lange sie auf diese Zeit gewartet hat. Sie war eine alte Seele, die wusste, dass kommen wird, was kommen soll. Sie wusste genau, wann sie sich zeigen musste und sie wusste genau, was sie ihrer Familie schenken wollte. Golfo hat auch die Zeit bei Foteini nie als vertane Zeit angesehen. Sie wusste sie wurde geliebt, sie fühlte sich gut versorgt – sie hatte alles was sie brauchte, um auf ihre ganz besonderen Menschen zu warten.

Ich fühle, wie sehr es Susanne und ihre Familie schmerzt, dass Golfo nur so wenig Zeit hatte. Und ich spüre, wie bitter für Foteini der Gedanke ist, dass so viele Hunde im Shelter oder auf der Straße, oft wesentlich mehr schlechte als gute Jahre haben – besonders weil sie in letzter Zeit von so einigen ihrer Hunde erfuhr, dass sie viel zu schnell verstorben sind, nachdem sie endlich angekommen waren. Und ich glaube deshalb ließ Gofo mich nicht mehr los und tanzte ständig in meinem Kopf rum, als wollte sie sagen: „Hey, was ist los? Kriege ich etwa keinen Nachruf von dir?“ So fragte ich Susanne, ob es ihr recht sei, etwas über Golfo zu schreiben. Und aus einem Gefühl heraus bat ich Birgit Schuler, einen Himmelsgruß für Golfo zu legen – und nachdem ich die gefühlten Worte zu diesem Himmelsgruß las, wurde mir bewusste, dass es Golfos Wunsch war und nicht mein Gefühl.



Golfos Himmelsgruß

Ich habe gestern Abend nicht mehr nach dem Bild geschaut – ich wollte den Himmelsgruß diesmal nicht sofort legen (sonst hab ich immer den Drang, das gleich zu tun), diesmal hatte ich das Gefühl, mir Zeit lassen zu sollen. Ich habe dann überlegt, was ich dazu verwende und bin dazu durch den Garten gelaufen. Ich nehme nicht gern Blumen oder frische Blüten, die ich von Pflanzen abreißen muss oder opfern muss, lieber Blüten, die verwelken und die dennoch schön sind oder etwas ganz anderes. Im Moment blüht der Holunder und ich bekam sofort die Idee, eine Blüte davon für das eine „O“ zu nehmen, hierfür doch eine zu pflücken. Golfos Himmelsgruß machte mir Herzklopfen, ich war aufgeregt – ich weiß nicht weshalb. Vielleicht weil ich ihn diesmal zum ersten Mal für eine mir völlig unbekannte Hündin lege? Oder steckt mehr dahinter? Holunder sind Zauberbüsche. Ein Holunder soll das Haus schützen, bei dem er steht und göttlicher Wohnort sein. Durch den Holunder gibt es Verbindung zur Anderswelt. Heute Morgen sah ich mir die Bilder dieser wundervollen Hündin an und hatte das Gefühl, dass sie sehr vielseitig war und ist. Dass sie sich wandeln konnte, um immer das zu geben, und zu leben, was gerade wichtig ist. Und dass jede Seite doch ganz sie selbst war. Nicht gespielt, sondern Hundertprozent echt. Zuerst sammelte ich Rosenblätter von verschiedenen Rosen und legte die drei Buchstaben G l f. Ich wollte doch beide „o“aus Holunderblüten legen. Plötzlich krabbelte eine weiße Spinne aus den Rosenblüten. Ich habe noch nie eine weiße Spinne gesehen (sie war 1-Cent-groß) und guckte später nach. Es muss eine weibliche Krabbenspinne gewesen sein – sie kann ihre Farbe ändern. Spinnen symbolisieren Möglichkeiten, sie sind in jede Himmelsrichtung verankert und weben Schicksale. Sie sagen dir, dass alles was du webst (anpackst) Früchte tragen wird. Und das passt so wunderbar zu der Vielseitigkeit von Golfo, die ich beim Anblick der Fotos wahrnahm! Und dass die Spinne gerade in diesem Moment weiß war – die Farbe der Reinheit und bei Tieren etwas Besonderes…. Die Os sollten Holunderblüten sein. Ich nahm eine Blüte vom Holunder und erklärte ihm wofür (ich rede immer mit den Pflanzen). Außerdem muss ich mich wenigstens entschuldigen und erklären, wenn ich schon eine Blüte pflücke. Die Blüte fiel auseinander und so habe ich sie dann doch aus verschiedenen Teilen gelegt – was viel schöner aussah – viel edler, viel romantischer irgendwie. Gefühlvoller!!!!!! Für das letzte „O“ sammelte ich nochmal Rosenblätter. Es sah wunderschön aus und ich fotografierte es. Dann hatte ich aber das Gefühl es fehlt etwas. Sollte ich noch ein Herz legen? Das mache ich manchmal. Himmelsgrüße sind für mich das, was ich den Verstorbenen geben kann – Liebe, die Botschaft: du wirst nicht vergessen, du wirst immer im Herzen sein – in meinem und/oder in denen deiner Leute! Ganz selten kam etwas von den Tieren. Diesmal kam nichts von Golfo – oder doch? Es kam etwas von den Blüten, von außen, Botschaften von oder durch Tiere. Etwas, das Golfo und uns Hinterbliebene einschließt, Botschaften von und an uns alle! Ich entschied mich, ihr eine Blüte von Vincents Rose dazuzulegen und nahm dazu eine junge Blüte. Vincent ist für mich etwas Besonderes, mein Seelenbegleiter, mein Lehrer, Mein Schutzengel. So sind diese Blüten auch etwas Besonderes! Und ich wollte ihr auch eine Verbindung zu ihm geben – bei ihm ist sie in guten Händen! Ich nahm also eine Blüte von seinem Busch, den ich für ihn pflanzte (eine Hundsrose, ursprünglich mal als Heilmittel für seine Gelenke gedacht, die Rose wäschst seit er tot ist wie verrückt). Und in dieser Blüte lag ein Marienkäfer. Marienkäfer erzählen vom Glückhaben. “Ich legte die Blüte vorsichtig ab, so dass der Käfer nicht gestört wurde, es ist ja noch früh am Morgen und noch ziemlich kalt. Mir erscheint, dass sich, was Ute geschrieben hat, in meinem Himmelsgruß widerspiegelt. Golfo hat viel gegeben, sie war vielseitig und das ist eine wundervolle Gabe. Sie hat sich nicht nur angepasst, sondern ihr ganzes Wesen war diese Gabe, immer das zu sein, das zu geben, aber wohl auch das zu erleben, was gerade gebraucht war oder für das die Zeit war. Ich empfinde, wenn ich an Golfo denke jetzt Stille. Ich habe den Eindruck, dass sie im Moment Zeit für sich braucht, Ruhe. Sie hat auf der Erde alles gegeben und das erscheint mit keine Arbeit gewesen zu sein, aber sehr viel Energie, Energie, die von ihr kam, die sie selbst sich sehr lebendig fühlen ließ. Jetzt ist eine andere Seite dran – die Ruhe. Aber alles was mit ihr zu tun hat, empfinde ich als Glück. Für andere, aber auch für sie selbst.


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