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Hercules – für viele ein ganz besonderer Hund

Hercules war von Beruf Herdenschutzhund, hatte also seine Aufgabe und auch einen Besitzer. Dennoch war er oft auf der Straße unterwegs, wo er regelmäßig auf Foteini traf und einen Freudentanz veranstaltete, sobald er ihr Auto hörte …

Er verdankte ihr sein Leben, denn als sie ihn zum ersten Mal sah, war er nur ein Schatten seiner selbst. Er war voller Räude, die unbehandelt nicht selten zum Tod führt. Foteini sorgte für die nötigen Medikamente und auch dafür, dass der Schäfer sich mehr um ihn kümmert …



Als ich von seinem Tod erfuhr, hat es mich fast zerrissen, denn er war, seit den ersten Fotos, die ich von ihm sah, ein ganz besonderer Hund für mich …

Mein erster Gedanke war, dass er nie die Möglichkeit bekam, ein schönes Leben zu führen, dass er nie in den Genuss eines liebevollen Zuhauses kam.

Ich konnte meine Tränen einfach nicht mehr stoppen. Ich habe mehrere Tage am Stück geweint. Mit Hercules verlor ich einen Freund, einen Seelengefährten.

Ich heulte Rotz und Wasser, um sein „verlorenes“ Leben.

Aber dann, als ich seine Fotos durchsah und mich wieder daran erinnerte, wie er bei jeder Begegnung mit Foteini vor Freude lachte und tanzte, sich wie Bolle freute und damit ganz vielen Menschen, die die Fotos und Videos sahen, ganz viel Freude schenkte, wurde mir bewusst, wie glücklich er doch eigentlich war.

Er liebte seine Freiheit. Wenn er keine Schafe hüten musste, konnte er seines Weges ziehen und machen was er wollte. Und tief in meinem Inneren weiß ich, dass er genau das geliebt hat.

Er liebte es, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und er genoss jedes Treffen mit Foteini. Jedes dieser Treffen war eine GEMEINSAME Freude!

Ich glaube mittlerweile fest daran, dass seine Aufgabe darin bestand, in einer sonst so traurigen Welt ein kleines bisschen Lebensglück zu streuen!

Warum sonst hätte er über tausende Kilometer hinweg so viele Menschen derart berühren und glücklich machen sollen?

Warum sonst hätte er sich über diese Entfernung hinweg in so viele Herzen schleichen können?

Ja, sein Tod hat mein Herz zerrissen, aber in meiner Trauer um ihn weinte ich auch sehr viele aufgestaute Tränen, für all die vergessenen Seelen, die nie so viel Lebensfreude wie Hercules erfahren durften und dürfen.

Aber es erinnerte mich auch wieder einmal daran, dass nicht jeder Hund dafür gemacht ist, in einem Zuhause als ein Familienhund zu leben.

Es wird immer Hunde geben, die ihre Freiheit mit allen Gefahren mehr lieben und einem geborgenen Leben vorziehen würden – auch wenn das für uns Menschen kaum vorstellbar ist.

Und ich glaube, das ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die ein Tierschützer zu treffen hat – eine schwierige Entscheidung, für die man viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität braucht …

An all das erinnerte mich Hercules noch einmal, auch wenn er kein Straßenhund im eigentlichen Sinne war. Und dafür bin ich ihm dankbar, denn so kann ich vielen der traurigen Geschichten, die mir im Tierschutz begegnen, mit einem kleinen bisschen mehr Leichtigkeit begegnen – indem ich mich daran erinnere, dass alles im Leben seinen Sinn und jeder seinen eigenen Weg und Seelenplan hat.



An der Stelle, an der Foteini immer auf Hercules traf, sollte ihr noch so manch arme Seele begegnen. Vielen konnte sie mit Futter und auch mit Medikamenten helfen, so als wenn Hercules sie zu ihr geführt hätte …

Ich denke dabei an Cara und Sokrates.

Hercules war für sehr viele Menschen ein ganz besonderer Hund!

Ein Seelenhund in der Ferne! Ein Sinnbild für den fröhlichen Straßenhund!

Danke für ALLES was du mir und so vielen anderen geschenkt hast!!!

Du hast Spuren in den Herzen hinterlassen, sodass wir dich nie vergessen werden!

R.I.P September 2018

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