• Susanne Röcher

Orestis

Anfang Juni 2019, Foteini war gerade auf dem Rückweg vom Flughafen, lief mitten im Nirgendwo ein kleiner Hund. Als Foteini und Panagiotis anhielten um ihn zu füttern, sahen sie, dass er fast verhungert war. Zu dieser Zeit war jeder Platz im Gehege und auch bei ihr Zuhause vergeben, doch hätten sie den Kleinen, Oscar, dort lassen sollen? Dann hätte er wohl keine Chance mehr gehabt. Also wurde er ins Auto gepackt und sie wollten gerade losfahren, als ein Mann anhielt und von einem 2. Hund berichtete.

So suchten sie auch diesen. Aus Angst wollte er erst weglaufen doch er fiel einfach um. Es war ein heißer Tag, nirgendwo gab es Wasser und Orestis, der 2. Hund, war in noch viel schlimmerer Verfassung als Oscar. Foteini beschrieb es damals so: Ich weiß nicht, wo die Grenze ist, die ein Hund ohne Nahrung überleben kann, aber Orestis muss sie weit überschritten haben.

Er trug ein Halsband und ließ sich willig an die Leine nehmen - mit letzter Kraft sprang er dann ins Auto. Sicher hat er einmal ein Zuhause gehabt, jetzt war er krank, fast verhungert und verdurstet, alte Verletzungen waren zu sehen..... Natürlich fuhr Foteini auch nicht ohne Orestis.



Dank der Pflege, medizinischen Versorgung und des guten Futters erholten sich beide gut und Orestis zeigte sich als Menschenfreund. Er liebte es, im Gehege zu laufen doch schnell saß er wieder vor Foteinis Auto und wartete darauf, mitgenommen zu werden.




Orestis hatte es mir von Anfang an angetan - natürlich hatte ich tiefes Mitleid, als ich die ersten Bilder von ihm gesehen habe, aber ich fühle mich dann auch wütend und hilflos. Wie kann man nur die Einstellung mancher Menschen ändern, damit so ein Leid endlich aufhört? Das sind die Momente, wo ich Foteini ganz besonders bewundere und mich frage, wie sie das eigentlich Tag für Tag aushält.

Später dann war ich fasziniert, wie sehr er sich am Menschen orientiert. Er ist mit seinesgleichen verträglich aber seine große Liebe gehört dem Menschen. Keiner kann sagen, was er bereits erlebt hat, aber sicher nicht jeder, dem er begegnet ist, hat daran einen Verdienst.


Wie schon bei Golfo war es mir leider nicht möglich, ihn aufzunehmen, so blieb nur, ihm ganz fest die Daumen zu drücken, dass er endlich gesehen wird. Und natürlich wurde er dann auch mein Patenschnuffel. Doch ich glaube an Schicksal, welches uns erst hart getroffen hat, als Golfo viel zu früh gehen musste. Sie hat bei meiner Mutter gelebt und diese wollte, nachdem sie in diesem Jahr erst 2 Katzen und dann Golfo verloren hat, keine Tiere mehr. Aber die Begeisterung für Foteinis Arbeit ist bekanntlich ansteckend und die Hunde dort oft ein Gesprächsthema in der Familie. Sie hat den Platz und die Zeit für einen weiteren Hund und so kam die Frage auf, welcher denn so gar nicht glücklich im Gehege ist...


Diese Entscheidung fiel am 17.08.2020, welch glücklicher Zufall, dass meine Tochter kurz darauf bei Foteini war und sich noch ein freier Platz im Flugzeug fand. So zog Orestis am 22.08.2020 bei meiner Mutter ein. Er fühlte sich jedoch vom ersten Moment an eher nicht adoptiert sondern nahm das selbst in die Hand und hat meine Tochter adoptiert....


Er folgt ihr auf Schritt und Tritt, ist im Umgang mit den anderen Vierbeinern völlig unproblematisch und möchte nur dabei sein. Ein kleiner Hund mit einem RIESENgroßen Herzen.




© 2020 by Wir für Foteinis Fellnasen

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