• Ute Wittig

Monatsrückblick

Der Februar bei Foteini


Im Februar gab es einige Momente, die Foteini sehr an die Substanz gingen. Momente, die zu verarbeiten nicht leicht waren und die man so gar nicht beschreiben kann. Als sie die schwarzen Schönheiten von Valias Place zu sich ins Gehege holte, weil man sie in der Stadt nicht mehr haben wollte, schlugen alle Bemühungen fehl, eine bessere Lösung als das Gehege für diese Hunde zu finden. Aber das Wissen, was sonst mit ihnen passiert wäre, ließen Foteini keine andere Wahl, denn mit allem anderen hätte sie selbst nicht mehr in den Spiegel schauen können.



Genauso die fünf Hunde, die sie aus dem Shelter in den Bergen holte. Das machte sie ja auch nicht zum ersten Mal. Die Hunde sind dort in viel zu kleinen Zwingern eingesperrt, in den Wassernäpfen wächst das Moos still vor sich hin und es gibt nur wenig bis gar kein Futter für die Hunde. Und wenn man nun sieht, mit welcher Lebensfreude Lorita, Feliz, Maja, Pedro und Anatolia in der Pension unterwegs sind, empfinde ich persönlich einfach nur riesengroße Dankbarkeit für diese Entscheidung. Dieser Ort, in den Bergen ist die Hölle für die Hunde und das weiß ich nicht nur aus Foteinis Beschreibungen sondern auch aus den Berichten meiner Tochter, die Foteini vor ein paar Jahren dorthin begleitete. Ich habe sie selten so geschockt und traurig gesehen …



Dann wurde Foteini von der Frau angerufen, die sie auch damals wegen der blinden Aspasia informierte, die ihre Welpen ganz in der Nähe der Straße versorgte. Und wieder einmal war dort eine Hündin mit ihren Welpen unterwegs. Die Hündin war voller Räude und hatte aufgehört die Welpen zu säugen, weil sie einfach zu viel Schmerzen hatte. Foteini sammelte die Welpen ein und hätte eigentlich auch gerne die Hundemama mitgenommen, die aber leider zu scheu war. So versorgte sie sie aber vor Ort mit den nötigen Medikamenten. Foteini holte die Welpen aber auch dort weg, weil es nicht mehr lange gedauert hätte, bis dass sie ihrer Mutter auf der Suche nach Futter über die Hauptstraße gefolgt wären. Es stellte sich die Frage, ob es immer richtig ist, die Welpen von ihrer Mama zu trennen. Eine Entscheidung, die Foteini aus der Erfahrung und aus dem Herzen heraus getroffen hat, weil sie es schon zu oft erlebt hat, und teilweise dabei zuschauen musste, wie Hundekinder in einem solchen Fall, überfahren wurden. Vielleicht würde es gut gehen, vielleicht auch nicht! Aber Tierschützer wie Foteini treffen tagtäglich Entscheidungen, die über Leben und Tod bzw. über Glück und Unglück entscheiden. Foteini trifft ihre Entscheidungen aus dem Herzen, denn sie ist es, die mit ihren Entscheidungen und den Konsequenzen leben muss! Und so entschied sie sich dafür, die drei Musketiere Beethoven, Donald und Marega mit nach Hause zu nehmen, in der Hoffnung das Richtige zu tun, und liebe Menschen finden, die ihnen eine glückliche Zukunft schenken! Denn letztlich möchte Foteini all diese Hunde einfach nur glücklich sehen!



Als Foteini im Januar die beiden Jagdhunde wegholte, die bei ihrer Bekannten auf der Straße ausgesetzt wurden, blieb Paraskevas dort zurück und wurde von eben dieser Bekannten weiter versorgt. Bei einem Spaziergang verletzte er sich leider am Bein, sodass er operiert werden musste. Zum Glück erholt er sich bislang recht gut und sein Bein wird hoffentlich bald wieder verheilt sein. Foteini ist immer dankbar, dass es doch einige Menschen gibt, die sie in solchen Fällen um Hilfe bitten, denn nicht selten bleiben solche Verletzungen unbehandelt. So wurden diesem hübschen Kerl doch ein gutes Stück Leid und Schmerz erspart.



Metaxenia wurde in der Stadt ausgesetzt und lief dort durch die Straßen. Für Hunde, die in einer Familie aufgewachsen sind ist es oft sehr schwierig zurechtzukommen. Zudem war Metaxenia genau in dem Alter, in dem man ihre erste Läufigkeit erwarten konnte, so wurde es Zeit sie kastrieren zu lassen, bevor die nächsten Welpen durch die Straßen rennen – ohne Aussicht auf eine Zukunft.



Entscheidungen über Entscheidungen, Emotionen über Emotionen. Was ist richtig? Was ist falsch? Wo kann man Einfluss nehmen und wo nicht? Und wo muss man zusehen, weil andere, wie z.B. die zuständigen Menschen von der Stadt, Entscheidungen treffen, die eben nicht aus dem Herzen heraus getroffen werden.

So viele Momente, die Foteini „uns“ erspart, die sie aber tragen muss. Sie hatte diesen Monat viele schlaflose Nächte und ich habe mit ihr viele Träne vergossen, aber dennoch ist da die tiefe Dankbarkeit, weil sie für all diese Hunde, das Beste rausgeholt hat, was irgendwie möglich war!


Und natürlich gab es zu Metaxenia auch noch weitere Hunde und Katzen die kastriert wurden. Auch Odysseas, Maja, Frixos, Elli, Lorita und Nino kamen unters Messer.



Und dank des Vereins Stray Einsame Vierbeiner durften Ronaldo, Dorothea, Emilia, Amlet, Cooper, Rea, Astero und Leandra ihre große Reise ins Glück antreten. Wir wünschen ihnen ein glückliches Leben mit ihren Familien!



Aber auch einen weiteren Gedanken möchte ich gerne mal loswerden. Foteini beklagt sich nie, aber ich weiß, wie oft sie sich vor Schmerzen kaum rühren kann. Wir sehen immer, dass die Hunde beim Arzt waren und kastriert wurden. Auch die Hunde, die ins Glück reisen, müssen vorher zum Tierarzt. Jeder der selbst Tiere hat, weiß welche Tortur das oft ist, den Hund überhaupt aus dem Auto zu kriegen, wenn er merkt, es geht zum Tierarzt. Oder die Katzen, die sich mit allen Vieren wehren, wenn sie in den Korb müssen. Die Hunde der Tierschützer sind es, im Gegensatz zu unseren Vierbeinern, nicht gewohnt, ins Auto zu springen und Spazieren zu fahren. In der Regel müssen sie reingehoben und auch in die Praxis getragen werden. Am Wochenende hilft Giannis bei diesen Dingen, aber meistens ist Foteini dabei auf sich selbst gestellt.

Ich erzähle das, eben weil manche Dinge für uns so normal sind, dass wir sie gar nicht wahrnehmen. Wir fahren, wenn alles gut geht, einmal im Jahr zum Tierarzt, um unsere Fellnasen durchchecken zu lassen und haben oft schon ein Drama damit. Die Tierschützer vor Ort machen das tagtäglich! Da krieg ich allein bei dem Gedanken schon Rücken! Und im letzten Monat war Foteini mit mehreren Hunden beim Arzt, um sie reisefertig zu machen, um letztendlich zu erfahren, dass die Menschen sich anders entschieden haben…

Da kommt zu „Rücken“ auch noch die Frustration, wegen der vertanen Zeit!

Dennoch bin ich dankbar, wenn eben diese Hunde zurückbleiben. Denn diese Menschen gehörten definitiv nicht zu ihrem Lebensplan! Wichtig ist, dass sie letztendlich GLÜCKLICH werden!


So, genug der vielen Worte. Im Februar gab es vielleicht nicht ganz so viele neue Geschichten zu erzählen, aber die erlebten haben Foteini Unmengen an Emotionen und schlaflosen Nächten gekostet.

Ich mache, wie so oft, den Wunsch laut, dass die Menschen endlich zur Besinnung kommen und Mensch, Tier und Natur respektieren, sodass erst gar nicht so viel unnötiges leid entsteht!

Aber ich bin auch dankbar, dass es eben diese engagierten Menschen wie Foteini und ihre Familie gibt, die alles dafür geben, unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen!

Also bitte seid weiterhin dabei und unterstützt diese wundervolle Familie!


Ich sage HERZLICHEN DANK an alle, die Foteini auf irgendeine Weise unterstützen! Es nimmt ihr doch eine riesige Last von den Schultern, zu wissen, dass ihre Hunde satt werden und die medizinische Versorgung gewährleistet ist.


Und jetzt waren es doch noch viele Worte …

Kommt gut in den März und vor allem bleibt gesund!

Ich schicke euch herzliche Grüße

Eure Ute


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